Frankreich – Welcome to Saint-Tropez!

April 2014 – Reise in die Vergangenheit

Der typische Familienurlaub mit 12 stündiger Fahrt im Wohnwagen, Streit um den Standplatz im Gewusel eines Campingplatzes, Sand, der an der mit Sonnencreme beschmierten Haut haftet, während unzählige Schokoeisbällchen von kreischenden Kindern am überfüllten Strand durch die Gegend fliegen und Eltern endlich mal zum Lösen des Kreuzworträtsels in der Prisma kommen – das ist St Tropez nun wahrlich nicht.

Auch wenn diese Woche in St Tropez schon fast 3 Jahre her ist, so erinnere ich mich doch immer noch bestens an die Einzelheiten. In den Genuss dieses Urlaubs durfte ich durch Verwandte kommen, die mich einluden (hier nochmal ein großes Dankeschön, da ich sonst vielleicht nie zum Reisen gekommen wäre).

Der Flieger sollte ursprünglich einen Tag später aus Hamburg starten, ist aber von der Airline um einen Tag vorverlegt worden. Departure von Frankfurt aus. Also mitten in der Nacht von Braunschweig aus im Mietwagen mit fünf Personen nach Frankfurt jagen. Glücklicherweise ein Kombi und kein Fiat 500 oder eine andere Keksdose. Wäre bei dem Gepäck von drei modebewussten jungen Frauen für eine Woche auch schwierig geworden (damals war auch ich noch mit einem auberginefarbenen Trolley-Koffer unterwegs – Menschen, die mich später kennenlernten würden es kaum glauben).

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Ausblick von Villa Ingrids Dachterasse in St Tropez

Ankunft, Abflug und Landung in Nizza verliefen soweit ganz gut. Der nächste Mietwagen wartete bereits und da tat es auch der Citroen. Von Nizza brauchten wir dann ungefähr eine Stunde bis zu unserer wundervollen Unterkunft in St Tropez. Die Villa Ingrid lag zwar nicht direkt im Zentrum von St Tropez, was jedoch durch den Charme der Villa, der lieben Ingrid und ihrer Vielfalt an Haustieren ausgeglichen wurde und Shopping- sowie Partymeile immer noch gut zu Fuß zu erreichen waren. Ok, zugegeben, die High Heels habe ich erst kurz vor den Clubs und Bars angezogen. Da wir vor der Hauptreisesaison im April anreisten, war dort noch nicht allzu viel los. Dennoch sind die Leute in Feier- und Spendierlaune, was bei den Preisen von Vorteil ist. Ich bin von dem Klischee ausgegangen, in St Tropez verkehren die Reichen und Schönen. Meine Vorstellung von dem Klischee wurde vollständig erfüllt. Und das in der Nebensaison! Ich will mir nicht vorstellen, wie es in der Hauptsaison wäre. Bitte macht nicht den Fehler und bestellt Tequila in St Tropez – lohnt nicht, da dort keiner weiß, wie man den trinkt. Anscheinend wird von einem halben Longdrink und einer popeligen Limette ausgegangen. Und das für simple 20,- €. Pro Tequila versteht sich. Empfehlen kann ich die Feiern im Brasserie des Arts direkt im Zentrum. Auch wenn es nicht günstiger ist.

Dass vor dem Feiern ausreichend und gut gegessen werden muss, steht außer Frage.

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Frische Riesengarnelen in Knoblauch und Koriander

Genau das kann man in St. Tropez bestens und durch die romantische Außenküche in Ingrids Villa machte die Zubereitung bester Lebensmittel gleich doppelte Vorfreude auf das Essen. Das Baguette ist das Leckerste, das ich jemals aß. Leider kann ich nicht mehr genau sagen, woher wir das hatten. Probiert euch einfach durch die unzähligen Bäckereien! Wer den Geldbeutel bei der Beschaffung von Lebensmitteln schonen möchte, rate ich an, im Casino Proximité einzukaufen. Aufpassen, daraus kann ein Tagesausflug werden.

Wenn man gerade mal nicht feiert oder ausnüchtert, bietet sich an, die Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Zum einen wäre da die Zitadelle, die nicht nur einen herrlichen Ausblick über St. Tropez liefert, sondern im Inneren auch zum maritimen Museum ausgebaut wurde. Die Burgruine von Grimaud wurde von uns kurzer Hand zum Kletterpark umfunktioniert – ich nenne das „Active Sightseeing“.

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Klettern in Grimaud

Sehr gemütlich ist auch die historische Kleinstadt Ramatuelle. Selbst bei Regen. Zumindest habe ich diese nur bei Regen kennengelernt. Nicht verpassen darf man den Hafen direkt in St. Tropez und die wunderschönen Yachten, auf denen garantiert wilde Partys gefeiert werden. Das sollte ich auf jeden Fall noch auf meine To-do-Liste schreiben…

Für jedes Ausflugsziel haben wir ungefähr einen halben Tag gebraucht, durch den Mietwagen konnten wir natürlich Zeit beim Weg sparen.

St Tropez ist auch ohne ein Vermögen auf dem Schweizer Nummernkonto eine Reise wert. Eine Woche sollte mindestens eingeplant werden.

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Hafen von St Tropez

 


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