Shanghai – Mode und Internationalität

Nach der ca. fünfstündigen Zugfahrt mit einem der Schnellzüge von Beijing nach Shanghai traf ich meinen neuen Host Lu am Jing`an Tempel (Eintritt 50 Yuan). Sie ist Mitte Zwanzig, hat einen Master im Bereich Advertising und arbeitet für einen der weltweit führenden Kosmetikhersteller, erzählte sie mir beim vegetarischen Hotpot (ca. 60 Yuan für 2 Personen) im TaiWan RenDao Restaurant.

Dementsprechend muss sie sich auch immer in Schale schmeißen: „Es nervt, dass ich mich immer schminken muss. Aber so ist das nun mal in der Branche, vor allem, wenn man in einer Führungsposition steht.“ Erfolg ist hier das A und O. Shanghai ist der Anlaufpunkt in China, wenn es um internationale Konzerne und Geschäfte, sowie Mode und Aussehen geht. Apropos Aussehen, die Einheimischen von Shanghai sind an Ausländer gewöhnt und starren einen nicht an.

Fast jede Metrostation führt direkt in riesige und teilweise extravagante Shoppingmalls, in denen nicht nur Kleidung und Kosmetikprodukte von angesagten Designern zu finden sind, sondern auch allerhand Leckeres und Ungewöhnliches wie beispielsweise bunte Rosen. Heutzutage scheint alles möglich zu sein.

Am Bund tummeln sich die Touristen für unzählige Skyline-Selfies. Und genau das ist auch zu einer Masche von harmlosen Betrügern (meistens zwei Frauen) geworden. Diese geben sich als Touristen aus (sprechen gutes Englisch) und fragen, ob man so nett wäre, ein Foto von ihnen zu machen. Dann wird in ein nettes Gespräch verwickelt und ausgetauscht, was in Shanghai noch so besichtigt werden soll. Frauen werden gefragt, ob sie mit den (Betrüger-)Touristen auf eine ganz besondere Teezeremonie wollen, Männer werden in Bars geführt. Ein Ausrauben im direkten Sinne findet zwar nicht statt, aber die Tee- und Bierpreise sind an diesen speziellen Orten natürlich überteuert. Dabei sind die Betrüger furchtbar leicht zu erkennen: 1.) Die kennen sich für Touristen nämlich zu gut aus und berichten von bestimmten Sehenswürdigkeiten viel zu viel. 2.) Die kennen sich für Touristen zu gut mit den Wegen und Karten aus. 3.) Kein Tourist der noch jemanden dabei hat, fragt einen fremden Touristen, ob dieser ein Foto von ihm schießt.

Im Jade-Buddha-Tempel können buddhistische Mönche bei ihren Ritualen beobachtet werden oder alle möglichen Souvenirs, u. a. sogenannte Zodiac-Armbänder (chinesische Sternzeichen natürlich) käuflich erworben werden.

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Zodiac-Armbänder Shanghai

Wer für das Kaufen der Souvenirs keine 20 Yuan Eintritt zahlen möchte, kann sich in Shanghais „Old Town“ oder „Nanshi“, in der auch der Yu Yuan Garden angelegt ist, begeben.

Ratsam ist, den Garten früh morgens zu besichtigen, wenn all die Fastfood-Ketten ihre Tore noch geschlossen haben. Ansonsten kann sich auf Menschenmassen eingestellt werden, welches den Besuch nicht gerade entspannt gestaltet. Sollte sowieso nach Suzhou gereist werden, kann sich der Aufenthalt im Yu Yuan Garden auch gespart werden.

Filminteressierte (für chinesische Filme) kommen im Shanghai Film Museum für 60 Yuan auf 4 Ebenen auf ihre Kosten. Mein persönliches Highlight in Shanghai war das aufwendig gestaltete Shanghai Natural History Museum für 30 Yuan, in dem ich mich den ganzen Tag hätte aufhalten können.

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Shanghai Natural History Museum

 

Shanghai ist schnelllebig und jünger, aber dennoch freundlicher und aufgeschlossener als Beijing.


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