Myanmar – Yangon

1. Klasse Mandalay - Yangon
1. Klasse Mandalay – Yangon

Von Mandalay aus habe ich mir mal die erste Klasse für 9.300 Kyat im Nachtzug nach Yangon gegönnt. Luxus sollte dennoch nicht erwartet werden. Auch hier laufen natürlich Mäuse durch die Gänge, es ist kalt und zugig, weil alles offen steht und die Geschäftstüchtigkeit der Verkäufer nimmt nicht ab.

Wenigstens hatte ich schon eine Bleibe in Yangon. Ich durfte bei einem britischen Pärchen, welches bereits seit 2 Jahren in Myanmar lebt und arbeitet für 10 Tage unterkommen. Diese Möglichkeit hat sich mir damals am Bahnhof in Yangon auf dem Weg nach Bagan durch eine simple Frage ergeben: „Hey du, weißt du zufällig, ob die hier einen Raum für das Gepäck haben?“, fragte ich den Typen vor mir, der offensichtlich nicht burmesisch ist. Ich hatte nämlich nicht großartig Lust daran, mein Gepäck bei 4 Stunden Wartezeit durch die Gegend zu tragen. „Nö, keine Ahnung. Aber du kannst dein Gepäck bei uns solange abstellen, wir wohnen nicht weit von hier.“ Jau, cool. Als Reisender nimmt man gerne (fast) jedes Angebot an., welches einem irgendwie weiter hilft. Und jetzt mal ehrlich, in Deutschland oder generell in der Heimat, macht man das nicht, weder Fremden Hilfe anbieten, noch annehmen. Leider.

Amie and me - Boatparty Yangon
Amie and me – Boatparty Yangon

10 Minuten später fand ich mich also in James und Amies Wohnung wieder, den Rucksack in einer Ecke verstaut und mit dem prompten Angebot, wenn ich wieder nach Yangon zurückkomme, bei den beiden auf der Couch zu schlafen. James als Donutliebhaber sowie lustig und fröhlich wirkender Brite war mir sympathisch und so nahm ich auch diese Gelegenheit war. Amie hatte ich noch nicht kennengelernt. allerdings war es jetzt soweit. Da James sich bei meiner Ankunft aufgrund seines Visums in Bangkok aufhielt, öffnete mir Amie die Tür. Vor der Haustür stehend war ich so nervös, wie schon lange nicht mehr. Man könnte es als Blind Date bezeichnen. Schließlich hatte ich mit ihr vorher gar keinen Kontakt und war auch irgendwie nicht richtig sicher, ob James ihr auch Bescheid gegeben hatte, dass ich komme.

Boatparty Yangon
Boatparty Yangon
Lovely Amie
Lovely sister Amie

Selbstverständlich war alle Aufregung völlig vergebens. Nie wurde ich herzlicher und musikalischer (während sie sich vorstellte, spielte sie eine Art Ukulele) empfangen, als von Amie, die während meines Aufenthaltes in Yangon wie eine große Schwester für mich geworden ist. Unser erstes Treffen feierten wir dementsprechend zu hervorragender House-Musik auf einem Partyboat, welches in Yangon am Hafen nur alle paar Monate für 15.000 Kyat in den Sonnenuntergang schippert. Als Eintrittskarte werden charmante Smileys auf Handgelenken genutzt. Nach 1,5 Stunden sind bereits alle alkoholischen Getränke ausgegangen, was die Partylaune allerdings nicht im Geringsten gemindert hat. Kein Wunder, Partys sind in Myanmar auch eher selten. Ich war begeistert. Schließlich tanzt man nicht zu Bier, sondern zur Musik.

Dancing Boatparty Yangon
Dancing Boatparty Yangon

Ansonsten habe ich mich während meiner Zeit in Yangon wieder sehr auf den Sport konzentriert, beispielsweise aufs Laufen über mehr als baufällige Brücken im Kandawgyi Park. Nicht nur einmal blieb ich zwischen den Planken stecken… oder ich war auf der Suche nach einigermaßen funktionierendem Wifi, um meinen nächsten Trip zu planen. Bei dieser Suche bin ich im Santino Cafe gelandet, wo ich einen Käsekuchen bestellte. Achtung! Bestellt man Käsekuchen, bekommt man auch wirklich geraspelten Käse auf dem Sahne-Biskuit-Teig. Dafür ist der Oreo-Milchshake dort hervorragend.

Käsekuchen Santino Cafe
Käsekuchen Santino Cafe
Elefant Zoological Garden Yangon
Elefant Zoological Garden Yangon

Für 3.000 Kyat habe ich einen Abstecher in Yangons Zoological Garden gemacht, mit der Befürchtung, dass die Tierhaltung hier miserabel ist. Es war besser als erwartet, die Tiere hinterließen keinen sterbenden Eindruck und betrachteten mich teilweise neugierig, als hätten sie noch nie einen Ausländer gesehen. Selbstverständlich sind die Gehege zu klein, nicht auf dem neuesten Stand der Technik und auch das Grün kommt definitiv zu kurz, wobei daran gearbeitet wird. Aber welcher Zoo ist schon eine Freude für ein Tier; jedes Gehege auf der Welt ist ein Gefängnis für ein Tier. Grundsatzdiskussionen dann bitte in den Kommentaren. Jedenfalls kommt man allen Tieren so nah, dass man sie anfassen KÖNNTE. Damit meine ich auch die gefährlichen Tiere, wie Schlangen, Raubvögel Tiger, Nilpferde und Leoparden. Bitte liebe Kinder, tut das nicht!

 

Nilpferd Zoological Garden Yangon
Nilpferd Zoological Garden Yangon

Ausländer, die die Shwedagon-Pagoda sehen wollen, müssen eine „Spende“ in Höhe von 8.000 Kyat bezahlen. Betritt man die Pagode vor Sonnenaufgang um diesen dort zu erleben, kann man Glück haben, dass die Tickethäuser nicht besetzt sind und ohne Kontrolle einfach so hindurchgehen. Die Pagode ist den gesamten Tag zugänglich.

Shwedagon Pagoda Yangon
Shwedagon Pagoda Yangon

Auch interessant ist eine ca. 3 stündige Zugfahrt für 200 Kyat im Circular-Train um Yangon herum. Hat man das Ticket am Gleis erworben, kann man mit diesem am selben Tag beliebig oft fahren und an jeder Station ein- und wieder aussteigen. Bitte nicht, aus dem noch fahrenden Zug springen, wie es lässig manche Burmesen tuen. Es tut weh und man verkalkuliert sich schnell mit der Geschwindigkeit und dem Punkt des Auftreffens.

Meinen letzten Tag habe ich mit Amie auf dem Feldhockey-Spielfeld verbracht. Ich weiß, nicht gerade Myanmar-typisch, aber macht trotzdem Spaß, obwohl meine Mannschaft haushoch verloren hat.


4 Gedanken zu “Myanmar – Yangon

  1. Okay. kommentarige kommentare… Die Bilder kenn ich ja schon. Also Zoos: Das Tiere in Freiheit besser aufgehoben sind geschenkt. Aber das es ihnen in Zoos generell schlecht geht darf nur der behaupten der schon mal in Hagenbeck war. Ich war da und das was mich in den meisten Zoos aufregt war dorft nicht mal ansatzweise vorhanden: Anzeichen für psychische störungen oder Stress bei den Tieren. Es gab keine Laufspuren an Gehegerändern, keine Tiere die sich irgendwo versteckt hielten wo man sie nicht sah, selbst der schlagende Löwe chillte einfach so auf seinem Baum. Jep. der hat nen Baum. Die Wasserschweine, Chinesischen Muntjaks und Pampashasen rennen generell frei im Zoo rum und schlüpfen in alle möglichen Gehege, von denen viele zum See hin offen sind, sodass die Wasserschweine auch z.B. die Strauße besuchen können, oder die Enten im Rückzugsgehege von den Wasserschweinen schlafen. Die haben dort nicht besonders viele Tierarten, aber den ausgewählten geht es gut. Zudem hat Hagenbeck damals die letzten Onager gefangen und ist seit ein paar Jahren dabei diese wieder in der Mongolei auszuwildern. Als letzten Punkt führe ich an, dass in dem neugebauten Eismeerrevier 2 Walrossbabys geboren worden sind, womit Hagenbeck der erste Zoo in Europa ist, dem dies gelang. Und als Zusatz komm noch dazu, dass es der einzige deutsche Zoo ist, der sich komplett selbst trägt und keinerlei zuschuss vom Staat bezieht. Im Dazugehörigen Tierhaus laufen am Anfang Kattas zusammen mit Loris rum, die um die Besucher herflitzen, diese jedoch nicht im geringsten beachten. Es ist zwar nur eine (bitte haut mich nicht) unterart des Affen, aber wer schon mal im Zoo in Rheine war und im dortigen Affengehege, weiss dass das eher unüblich ist, da die meisten Besucher die Tiere anfassen wollen und die Tiere somit zurück fassen werden. Damit hab ich jetzt keine Lust mehr und warte auf Gegenargumente. –> Zoos sind doof weil sie Tiere einsperren ist übrigends kein Argument
    LG mir

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