Mit dem Alptraum-Bus von Hanoi nach Luang Prabang

Bevor ich über das gemütliche Luang Prabang berichte, spreche ich vorher eine Warnung für all diejenigen aus, die gedenken mit dem Nachtbus von Hanoi nach Luang Prabang zu reisen. BITTE TUT ES NICHT. Es sei denn, ihr habt kein Problem damit für ca. 29 Stunden, eventuell auf dem Boden zwischen Reissäcken und vielen Menschen eingepfercht zu liegen, nur alle 4 Stunden die Möglichkeit zu haben, frische Luft zu schnappen, sowie nasses, dreckiges und kaputtes Gepäck wieder zu bekommen. Dann ist dieser Bus für 950.000 Dong inklusive Pick up Service genau das Richtige für euch.

Alptaum-Bus
Manchen Passagieren ist die Verzweiflung schon anzusehen.

Wirklich, ich liebe das Low-Budget-Reisen, aber diese Busfahrt würde ich niemals wieder wagen und lieber noch einen 100er für einen Flug drauf legen. Hier ein kleiner Einblick, wie die Busfahrt gelaufen ist:

  1. Der Pick up Service vom Hostel in Hanoi zur Busstation war 1,5 Stunden zu spät und dieser bestand aus einem motzigen und gestressten Vietnamesen im Anzug (vermutlich der Chef persönlich) auf einem halb auseinanderfallenden Roller auf welchem ich mit Sack und Pack abtransportiert wurde.
  2. Drei Straßen weiter wurde ich dann quasi vom Roller geschubst, um in einen mit Backpackern überfüllten Minivan zu steigen. Während mein großer Rucksack einen Platz auf dem Schoß des Fahrers fand, musste ich in der Tür des Vans stehen. Die Fahrt durch den betriebsamen Straßenverkehr zur Busstation dauerte ca. 30 Minuten.
  3. An der Busstation angelangt, teilte man uns in die Busse mit verschiedenen Destinationen auf. Der Sleeper Bus nach Luang Prabang war bereits voll, lediglich eine kleine Nische am Busende, also am lauten Motor, wo kein bisschen Luft hinkommt und keine Fenster sind, war frei. Gut, richtige Fenster sind da sowieso nicht, die Scheiben waren von innen wie von außen dunkel getönt. Platz für Handgepäck und Proviant: Fehlanzeige. Reisende, die nach mir den Bus betraten, nahmen auf dem Boden Platz.
  4. Keine Toilette an Bord!
  5. Das Gepäck wurde ohne Schutzfolie bei Regen mit porösen Seilen auf dem Dach des Busses befestigt. Im Laufe der Fahrt überquerten wir mehrere staubige Landstraßen und Forstwege. Es versteht sich von selbst, dass der aufgewirbelte Staub besonders gut an den klitschnassen Rucksäcken haftet. Mein Rucksack sah dementsprechend aus, als hätte dieser gerade einen Tough Mudder Run mitgemacht. Es hat 3 Tage in Luang Prabang benötigt, bis alles wieder sauber und trocken war.
  6. Gefühlt alle 15 Minuten stoppte der Bus – nicht um etwa eine Toilettenpause einzulegen, sondern um mehr Passagiere aufzunehmen. Auch mitten in der Nacht und dann wurden Reissäcke, Gemüse jeder Art und ich meine auch ein Huhn gehört zu haben irgendwo, irgendwie im Bus verstaut. Meine Nische bekam natürlich auch Personenzuwachs und diese musste ich mir dann für ca. 20 Stunden mit jemandem teilen. Vor lauter Langeweile und Unfähigkeit mich zu bewegen, zählte ich in der 17. Stunde die Sitzanzahl und die Passagieranzahl. 45 zu 60.

    Babybett in der Raststätte
    Das Babybett mitten im Restaurant der Raststätte. In Asien keine Seltenheit.
  7. Sämtliche Lichter des Busses sind während der Nacht ausgefallen und am nächsten Tag haben die Bremsen angefangen zu brennen.
  8. Die Visaerteilung verlief an der Grenze Nam Can um 08:00 Uhr morgens ausnahmsweise fast reibungslos. Ein Foto wurde nicht verlangt (habe ich doch extra vorher welche machen lassen), allerdings wäre ich in Schwierigkeiten geraten, hätte ich nicht zufälligerweise noch 40 USD im Gepäck gehabt. Es werden nur Laotische Kip und USD akzeptiert. Ich habe damit gerechnet, auch mit Dong zahlen zu können. Geht nicht, wie sich heraus stellte. Keine ATMs oder Wechselstuben weit und breit. Das Visum kostet 30 USD zzgl. 4 USD „Bearbeitungsgebühr“, die nirgends aufgeführt wird. Das Geld geht ganz klar in die eigene Tasche der Grenzposten.

    Nam Can Border
    Nam Can – Grenze zwischen Vietnam und Laos

Mein Fazit nach dem 29 Stunden Horrortrip: ganz klares „Nein!“.

Nie wieder mit dem Alptraum-Bus
Nie wieder mit dem Alptraum-Bus!

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