Laos – Luang Prabang (Tuk-Tuk, Tuk?)

Mit dem Nachtbus kommend und mit meinen Nerven am Ende, stehe ich dann an Luang Prabangs Busstation um Mitternacht mit einigen Stunden Verspätung. Froh darüber, das Watthat Homestay im Voraus gebucht zu haben, musste ich nur noch den Weg dahin finden. Die Tuk-Tuk-Fahrer an der Busstation waren alle betrunken und verlangten 20.000 Kip pro Person (der Normalpreis ist 10.000 Kip). Es galt also zwischen zwei Übeln zu wählen: a) Kaputt mit Gepäck nachts ca. 3 Km durch Luang Prabang zu irren, um die Unterkunft zu finden (Maps Me funktionierte leider in dem Moment nicht) oder b) bei einem Betrunkenen ins Tuk Tuk zu steigen. Gemeinsam entscheiden wir Backpacker uns für einen Tuk-Tuk-Fahrer, der noch einen relativ normalen Eindruck macht. Zumindest hat er keine Fahne und fährt uns in seinem Interesse erstmal zu einigen ATMs…

Kuangsi Waterfall
Kuangsi Waterfall
Lieselotte und ich
Liselotte und ich

Meinen ersten Tag in Luang Prabang nutzte ich zur Erholung und fuhr mit meiner niederländischen Zimmergenossin Liselotte zum Kuangsi Wasserfall, dem wohl Bekanntesten in der Gegend. Luang Prabang lebt unschwer zu erkennen vom Tourismus und so bieten alle 5 Meter Tuk-Tuk-Fahrer, einem Mantra gleichend „Tuk-Tuk Tuk-Tuk Tuk-Tuk TUK-TUK, Tuk?“ sowie Agenturen ihre Dienste an, um zu den Wasserfällen oder anderen Attraktionen zu gelangen. Nach ungefähr einer Stunde des Fragens und Feilschens erklärte sich ein Fahrer bereit, uns für 30.000 Kip pro Person für Hin- und Rückweg mitzunehmen, aber nur wenn wir den anderen Mitfahrern nichts von diesem Preis erzählen würden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass alle anderen Passagiere 40.000 Kip bezahlten. Die Fahrt zum Wasserfall dauert ungefähr 45 Minuten bis 1 Stunde, nach bereits 15 Minuten fuhr der Fahrer jedoch rechts an einen Tisch, der durch ein Bambusdach vor der Sonne geschützt wurde, heran und teilte uns mit, dass wir bereits hier das Ticket für den Wasserfall zahlen müssten. Solche Vorkommnisse sind in Südostasien nicht ungewöhnlich und gelegentlich mit Vorsicht zu genießen. Bezahlt man dort das Ticket in Höhe von 20.000 Kip, welches sich zwar vom Preis am Parkeingang nicht unterscheidet, erhält man beim „Straßenverkauf“ kein Ticket. Der Fahrer begleitet die Gruppe dann zum Parkeingang und erklärt, dass alle Besucher auf dem Hinweg bezahlt haben und man kann den Park betreten. Soweit so gut, dennoch fehlt das Ticket. Wird man dann im Park irgendwo aufgefordert, sein Ticket vorzulegen, ohne eines zu besitzen, muss man die Eintrittsgebühr nochmals entrichten. Dies muss allerdings nicht passieren und ist auch nicht meine eigene Erfahrung. Wenn der Fahrer also fragt, ob es okay sei, schon auf der Fahrt zu bezahlen, kann man gelassen bleiben und erklären, dass man lieber am Parkeingang zahlen möchte.

Schwimmbecken Kuangsi Wasserfall
Schwimmbecken Kuangsi Wasserfall

Im Park führt der Weg zum Wasserfall vorbei an einem Gehege mit asiatischen Schwarzbären, gerettet aus schlechter Tierhaltung. Die Organisation trägt den Namen „Free the bears„. Weiter den ausgeschilderten Wegen folgend, bekommt man des Öfteren die Gelegenheit in den durch den Wasserfall natürlich entstandenen Becken ins kühle Nass zu springen. Na ja, ersetzen wir das Wort „springen“ durch „schlittern“. Da der Ort gut besucht ist, kann man die Besucher einen nach dem anderen durch den Matsch stapfen, das Gleichgewicht verlieren und durch einen Ausrutscher im Wasser landen sehen. Ich bin davon überzeugt, dass eigens für diesen Vorgang überall Bänke für sämtliche Zuschauer aufgestellt worden sind. Besonders leid tat mir eine Gruppe junger Japanerinnen, die hübsch gekleidet, geschminkt und mit hochhackigen Sandaletten versuchten mit einem Selfiestick das perfekte Selfie hinzubekommen. Beim ca. 5. Versuch bot sich uns eine filmreife Vorstellung: das Mädchen rechts stehend rutschte im Matsch aus, versuchte sich an der weißen Bluse ihrer Nachbarin festzuhalten, konnte dadurch ihr eigenes Gleichgewicht wiederfinden, während die Japanerin mit der weißen Bluse völlig überfordert mit den Armen rudernd die Selfiestick-Halterin aus dem Konzept brachte und diese strauchelnd einen Schritt zurück machte und der hinter ihr Stehenden auf die Füße trat und diese zum Fallen brachte, was gleichzeitig den Fall für alle  samt Handy und Selfiestick bedeutete. Wer stand am Ende als Einzige? Genau, diejenige, die am Anfang das Gleichgewicht verlor.

Möchte man etwas Ruhe am Wasserfall haben, empfiehlt es sich die Wege rechts oder links am Wasserfall hochzukraxeln. Mit Flip Flops machbar, aber nicht unbedingt angenehm, aber genau, dies ist der Grund, warum es oberhalb des Wasserfalles so viel ruhiger ist. Über schmale Bambusbrücken im Bach, durch den kühlen Dschungel verlaufend, gelangt man an ein weiteres natürliches Schwimmbecken mit einer Schaukel. Für mich stand dort die Zeit still, einfach auf der Schaukel sitzend mit den im Wasser baumelnden Beinen. Als gäbe es nichts Wichtigeres im Leben, als die Zeit in diesem kleinen irdischen Paradies zu genießen.

Swing at Kuangsi Waterfall
Schaukel Kuangsi Wasserfall

Eine weitere, nicht sehr überlaufene Attraktion in Luang Prabang ist der wesentlich kleinere Hoi Khua Wasserfall auf der anderen Flussseite des Mekong. Zu Abzockerpreisen bieten Tuk-Tuk-Fahrer an, einen dorthin zu bringen. Mein Tipp: Nehmt das Boot! An der Ablegestelle gegenüber eines Cafes fahren dreimal täglich (09:00, 11:00 und 13:00 Uhr) Boote zum Preis für 10.000 Kip, Hin- und Rückweg, inklusive 10-minütigem  Jeep-Offroad-Erlebnis (auf der Ladefläche) vom Boot zum Park und vom Park zurück zum Boot! Günstiger und schöner kann eine Tour gar nicht sein.

Bootstour auf dem Mekong River
Bootstour auf dem Mekong River

Auf dem Hinweg war ich die einzige Ausländerin mit all den Einheimischen auf dem überaus komfortablen Boot und auch gleichzeitig Entertainerin für alle an Bord befindlichen Kinder. Auf dem Rückweg war ich die einzige Passagierin im letzten Boot um 16:30 Uhr und konnte den wunderschönen Mekong flussaufwärts im Sonnenuntergang betrachten. Um diese Uhrzeit ernten oder nehmen die Dorfbewohner auch ihr tägliches Bad im Fluss und winken einem zu.

Gemüseanbau am Mekong
Gemüseanbau am Mekong

Für den Hoi Khua Wasserfall werden 20.000 Kip Eintritt verlangt. Auch hier hat man die Gelegenheit im kühlen, azurblauen Wasser unterhalb des Wasserfalls zu schwimmen, durch den Dschungel auf der gegenüberliegenden Seite zu einem angelegten Garten zu spazieren oder einfach nur auf einem der vielen Holzterassen zu entspannen. Zusätzlich ist die Möglichkeit gegeben, den im Park befindlichen Kletterpark gegen Gebühr zu nutzen und sich durch den Dschungel zu „ziplinen„.

Cocktail-Menü Utopia
Cocktail-Menü im Utopia: Campari-Soda und Gin&Tonic klingt interessant, beim Tequila fallen mir einige „Stammtischleute“ ein, die den ordern würden

Was das Schlemmen in Luang Prabang angeht, ist der Nightmarket optimal. Shakes aller Art bekommt man zwischen 8.000 und 15.000 Kip, belegte Baguettes kosten 10.000-30.000 Kip und beim Buffet kann sich für 10.000 oder 15.000 Kip pro Teller der Bauch mit vielen vegetarischen Leckereien der Bauch vollgeschlagen werden. Gute Drinks mit interessanten Beschreibungen und eine tolle Atmosphäre herrscht im Utopia, wo man sogar Beachvolleyball spielen kann.

 


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