Myanmar – 3-Tages-Marsch von Kalaw zum Inle Lake

Januar 2017

Myanmar zu Fuß erkunden, das steht sicherlich nicht bei jedem auf der Bucket-List. Zugegeben, bei mir vorher auch nicht, bis ich davon in Myanmar gehört und gelesen hatte. Beispielsweise werden in der hoch gelegenen Kleinstadt Kalaw täglich von zahlreichen Agenturen abenteuerliche Trekkingtouren für 2 oder 3 Tage zum Inle Lake angeboten.

Heike und Yeelay
Heike und Yeelay

Heike (mit der ich bereits Bagan besichtigte) und ich hatten uns für den 3-Tages-Marsch entschieden und konnten direkt am nächsten Tag starten. Die großen schweren Rücksäcke wurden von der Agentur für uns zum Inle Lake transportiert, sodass mit leichtem Gepäck gewandert werden konnte. Mit dem Tourguide Yeelay und Koch Sam waren die Gefährten dann vollständig. Ja, teilweise hat mich unsere Tour doch sehr an Herr der Ringe erinnert, landschaftlich wie auch am Grad der Herausforderung. Dabei kann ich nicht behaupten, dass es schwierig war, eher anstrengend aufgrund der Hitze und der staubtrockenen Wege. Seltener durchstreiften wir Wälder. In den kleinen Dörfern, die auf dem Weg liegen, konnten wenigstens Wasserflaschen gekauft werden. Und hier übernachteten wir auch. In den Farmhäusern einheimischer Familien, in einfachsten Verhältnissen.

Die Freude auf eine erholsame Dusche am Abend blieb dementsprechend aus, da es nur einen Waschplatz mit kaltem Brunnen- oder Regenwasser gibt. Das Waschen in Myanmar ist sowieso eine Kunst für sich. Bei meiner ersten Waschprozedur bin ich natürlich direkt ins Fettnäpfchen getreten. Ich habe mich nämlich im Bikini gewaschen, was jedoch eher scheue und neugierige als empörte Blicke gebracht hat. Trotzdem kam ich mir wie der letzte Depp vor. Aber was sollte ich denn machen? Kann mich ja schlecht da nackt ins Dorf stellen, in einem Land, wo Schamhaftigkeit einen großen Teil der Kultur ausmacht. Aber ich lasse mich ja gerne eines Besseren belehren. Beim Waschen wird ein Longyi getragen (selbst, wenn man alleine ist), mit der Schöpfkelle wird das Wasser dann über den gesamten Körper gegossen, also auch über das Kleidungsstück. Anschließend seift man sich ein und spült die Seife wieder ab. Es hat mich einige Versuche gekostet, einen Weg zu finden, mich WIRKLICH sauber zu waschen. Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, mich hinzuhocken und mit der Hand dann auch durch die Öffnung des Wickelrockes meinen Genitalbereich reinigen zu können. Oh man, jetzt schreibe ich hier tatsächlich über Intimpflege – aber hey, das bringt einem dort keiner bei! In der Not ist Frau eben erfinderisch.

Tantes Toilettencheck: Es lebe die Landlust. Toiletten zum Wegrennen.

Ich habe natürlich nicht nur Toilettenbilder gemacht. Hier also noch einige Eindrücke zur Landschaft.

Das Essen auf der Trekkingtour war übrigens das Beste, welches ich in Myanmar bekommen habe.

Die Gruppengröße bestimmt den Preis. Bei zwei Personen kostete uns dies ca. 25 USD pro Tag, was allerdings immer noch mehr als ok ist. Man bedenke, dass die Agentur, der Guide, der Koch (der mit dem Roller immer vorausfuhr und auf uns wartete), die Verpflegung und die Unterkünfte bezahlt werden mussten. Die Touren sind jedoch bei Gruppengrößen von 8-12 Personen auch für 10.000-15.000 Kyat pro Tag erhältlich. Ob die Gruppengröße noch angenehm ist, darüber lässt sich streiten.

 


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