Laos – Vang Vieng

Sonnenuntergang Vang Vieng
Sonnenuntergang in Vang Vieng

Von einem ca. fünfmonatigen Nomadenleben für einen Monat zurück in ein „normales“ Leben in Vang Vieng. Job und Essen zu regelmäßigen Zeiten, daran musste ich mich erst einmal wieder gewöhnen. Aber das geht bekanntlich schneller, als man denkt und nach 3 Tagen hatte ich bereits den Rhythmus drin und einen geregelten Tagesablauf, auf dem ich mich auch gründlich ausgeruht habe.

Meine Arbeitskraft habe ich in Vang Vieng gegen ein Dach über dem Kopf und Verpflegung eingetauscht. Für ungefähr 5 bis 6 Stunden morgens und 6 Tage die Woche im Cafe eh eh als Bedienung, konnte ich in einem Hotelzimmer des Elephant Crossing Hotels, mit exzellentem Frühstücksbuffet und einer hervorragenden Aussicht auf die Landschaft, unterkommen.Aussicht Silver Naga Hotel

Die laotische Arbeitsweise sollte als Kunde übrigens immer sehr gelassen gesehen werden – denn genau so gelassen wird gearbeitet. Als Reisender muss man sich einfach bewusst sein, dass der Service in Asien absolut nicht vergleichbar mit dem europäischen Standard ist. Beispielsweise ein komplettes Menü kommt fast niemals komplett, sondern wird meist in Teilen serviert, fehlende Zutaten, selbst für simple Bestellungen kann es trotzdem schon mal 30 Minuten dauern, bis man das Essen vor sich hat und will man mit mehreren Personen gemeinsam essen, kann man davon ausgehen, dass zwei Leute ihr Essen erst bekommen, wenn die Anderen schon längst ihr Essen aufgegessen haben. Meine Aufgabe im „Cafe eh eh“ bestand unter anderem auch darin, den Service zu verbessern und den Ansprüchen der Touristen gerecht zu werden.

Käsekuchen Cafe Eh Eh
Käsekuchen des Cafe Eh Eh

Das Servieren von hausgemachten, richtigen Käsekuchen (welcher eher selten in Asien zu finden ist), das Aufbrühen von frischem Kaffee und der Smalltalk über das Reisen mit den Kunden, bereitete mir unglaubliche Freude. Mittlerweile denke ich sogar darüber nach, einen Barista-Kurs zu belegen. Mal sehen, wo ich diesen zu einem erschwinglichen Preis machen kann.

Während meiner Arbeitszeit im Café hatte ich, jeden Morgen beim Öffnen des Ladens, die Gesellschaft eines verspielten Welpen vom Rollerverleih gegenüber, der mir richtig ans Herz gewachsen war. Nach ca. 3 Wochen kam er eines morgens nicht mehr. Mittags berichtete Tasha mir dann, dass er totgefahren wurde. Die darauffolgenden Tage war ich richtig deprimiert und niedergeschlagen. Verlust und Loslassen gehört ebenso zum Reisen, das macht mir diese kleine und kurze Tierfreundschaft umso deutlicher. Stimmen, die mir sagten, dass es töricht sei, sich auf kurzweilige, ich nenne es hier mal Bekanntschaften, einzulassen oder sogar an sein Herz zu binden, kann ich nicht verstehen. Gerade dies macht mich doch als Menschen aus und macht das Leben lebenswert. Es wird daher wahrscheinlich nicht der letzte Welpe gewesen sein, an den ich mein Herz verliere. Auch auf die Gefahr hin, dass ein Abschied schmerzvoll wird…

Puppy Vang Vieng
Puppy! R. i. P.

Den Großteil meiner Freizeit verbrachte ich bei den Ponys im Stall oder füllte ich mit Sport, Tanzen und dem Lesen von Hotelgästen liegen gelassenen Büchern am Pool. Ach ja, ich liebe das Reisen. Man hat immer etwas zu Lesen, ohne selbst etwas kaufen zu müssen. Drei Bücher habe ich am Pool im Silver Naga Hotel, dem Schwesterhotel des Elephant Crossing Hotels, verschlungen: einen Krimi, eine marokkanische Liebesgeschichte und „Streifzug durch Laos“ von Erik Lorenz, welches mit viel Humor seine Begegnungen mit Laoten, die Lebensweise und Kultur schildert.

Bergbesteigung Vang Vieng
Gipfelstürmer
Berglandschaft Vang Vieng
Auf in die Berge!

Natürlich ließ ich mir auch nicht die, teilweise anspruchsvollen, Wanderungen in Vang Viengs Hügellandschaft entgehen. Vorsicht beim Hinaufklettern der durchaus spitzen Felsen! Ich habe mir einen tiefen Schnitt am Knöchel an einer scharfen Felskante zugezogen, welcher nicht narbenlos verheilte. Na ja, der Ausblick war es wert. Es lohnt sich, nicht schon alleine wegen der am Vormittag schnell ansteigenden Hitze, früh morgens die Hikes zu starten. Ab ca. 08:00 oder 09:00 Uhr verlangen die Farmer eine Eintrittsgebühr in Höhe von 10.000 Kip. Welches zu kassieren in Ordnung wäre, wenn die Kassierer auch etwas dafür tun würden, z. B. die Wege sauber halten, anstatt noch ihren eigenen Müll mitzubringen und einfach liegen zu lassen. Bedauerlicherweise lassen die Einheimischen nämlich überall ihren Müll in der herrlichen Landschaft liegen und ausnahmsweise mal nicht die Touristen.

Kühe Vang Vieng
Kein seltenes Bild in Vang Vieng: freilaufende Kühe

Viele freilaufende Rinder fressen die Plastiktüten und verenden elendig. Letztes Jahr musste ein Pony vom Elephant Crossing Hotel eingeschläfert werden, weil es ebenfalls herumliegenden Müll gefressen hatte. Aber leider wissen es die Menschen hier einfach nicht besser. Wann immer ich auch einen aufgeschlossenen Einheimischen treffe, unterhalte ich mich mit diesen über die Umwelt und was es ausmacht, als Mensch ein Stück davon zu sein und immer, wenn es auch nur eine Kleinigkeit ausmacht, etwas bewegen zu können. Und wenn es nur „Müll aufsammeln“ oder „Müll nicht in den Wald werfen“ ist. Zu meiner Überraschung stoße ich damit oft auf Verständnis und sogar Neugier. Je mehr Völker ich auf der Welt kennenlerne, desto dankbarer bin ich für die Bildung, die ich erhalten habe und die Umstände, die dies in Europa oder eher in Deutschland ermöglichen. Danke, Deutschland!

Yoga mit Tasha
Yoga mit Tasha – Hilfestellung ist selbstverständlich

Von Umweltbewusstsein zum „sich selbst bewusst sein“. Tasha, meine Zimmergenossin im Hotel und Yogalehrerin im Silver Naga, brachte mich dem Yoga wieder näher. Sie schaffte es mich wirklich dafür zu begeistern, regelmäßig ihre Kurse in Sivananda-, Hatha-, Vinyasa- und Yin-Yoga zu besuchen und mich auch mit den Grenzen meines eigenen Körpers auseinanderzusetzen. Insbesondere lehrte sie mich, dass es in Ordnung ist, etwas nicht zu können. Yoga bei Tasha kann ich nur empfehlen. Eine talentierte Motivatorin, die dazu in der Lage ist, nicht nur versteifte Muskeln und Gelenke mit ihrem Yoga zu öffnen, sondern auch Seele und Geist. Derzeit arbeitet sie an einem eBook namens „Breathe into my what?!“ auf Instagram. Yogis und Interessierte sind herzlich eingeladen, auf ihrer Internetseite www.tashaplusyoga.com und ihrem Instagram-Profil „Tashaplusyoga“ vorbeizuschauen.

Meinen letzten Abend in Vang Vieng habe ich jedoch nicht mit Yoga, Ponys oder Lesen ausklingen lassen, sondern gönnte mir mit meinen Kollegen Tasha, Jari und Jenna (ein Paar aus Finnland) und Eloise mit ihrem vietnamesischen Freund die Free-Whiskey-Hour in der Sakura Bar. Ja, richtig gelesen. Kostenloser Whiskey plus Mixgetränk deiner Wahl von 20:00 bis 21:00 Uhr in der Sakura Bar. Auf Tripadvisor habe ich etwas wie „…gut für ein Massenbesäufnis…“ gelesen. Whiskey mit Ananassaft schmeckt übrigens besser als es klingt. Und hier wird der Abschied bestimmt nur von kurzer Dauer sein, da ich diese großartigen Menschen garantiert irgendwo auf der Welt wieder treffen werde.

Sakura Bar Vang Vieng
Dance Performance in der Sakura Bar – LMFAO: Shots

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