Kambodscha – Preah Monivong Nationalpark

Popokvil Wasserfall im Preah Monivong Nationalpark
Popokvil Wasserfall im Preah Monivong Nationalpark

„Der Regen prasselt wie eiserne Nadeln in meine Haut. Meine Augen kann ich kaum aufhalten, was mir ein Sicht für mehr als 10 Meter unmöglich macht. Das Gemisch aus Steinen, Lehmbrocken und durch tiefe Pfützen versteckte Schlaglöcher erschwert die Fahrt ungemein. Meine Klamotten sind bereits triefnass, wobei ich die ganze Zeit an mein Handy denke, welches in meiner Gürteltasche am Körper klebt…“

Regenschauer Bokor
Happy trotz Regen – Whitley und ich

Durch den starken Regenfall fühlten meine Freundin Whitley und ich uns gezwungen, unseren Ausflug in den Preah Monivong Nationalpark – oder durch den gleichnamigen Berg im Park auch genannt Bokor Nationalpark – abzubrechen. Der Fitness-Trial durch den Dschungel, den wir eigentlich machen wollten, verwandelte sich nämlich in einen reißenden Fluss und machte uns ein Vorankommen unmöglich. Während wir in einem kleinen Wärterhäuschen Schutz suchten, zeigte uns der gut gelaunte Wärter – fröhlich über ein wenig Gesellschaft – sein „Penispflänzchen“. Eine fleischfressende Pflanzenart, die einem Penis oder einem wilden Sarzenia (Pokemon) ähnelt. Was soll man auch sonst den ganzen Tag alleine dort draußen in der Wildnis machen, außer Penispflänzchen sammeln? Wir entschieden uns auf jeden Fall morgen wieder zu kommen, um die Trials abzulaufen.

Nachdem ich also Whitley in ihrem Hostel abgesetzt hatte, musste ich mit dem geliehenen Roller weiter zu meinem Hostel (das Karma Traders Kampot), welches nun einmal außerhalb von Kampot an einer Straße aus Erde und Sand liegt. Jeden Dienstagabend finden im Karma Traders auf der gemütlichen Dachterrasse ab 20:00 Uhr Live-Konzerte statt, darauf konnte ich mich also wenigstens freuen.

Wenn es nicht gerade Strömen in regnet, sollte man in Kampot unbedingt Lot-Nudeln mit Ei für 3.000 Riel an einigen Straßenständen ausprobieren. So lecker!

Lot Nudeln
Lot Nudeln mit Ei

Jedenfalls versuchten wir unser Glück mit dem Bokor Nationalpark am nächsten Tag erneut und wurden nicht enttäuscht. Das Wetter spielte dieses Mal mit!

Die Wege des Fitnesstrials waren frei und standen unerwartet nicht unter Wasser. Wir konnten uns also in die einsamen Tiefen des Dschungels wagen. Auf der gesamten Strecke begegnete uns nämlich kein einziger Mensch. Durch den teilweise dichten Nebel, die Geräusche und an manchen Stellen kniffligen Wege gruselten wir uns einige Male. Gleichzeitig waren wir jedoch fasziniert von der Vielseitigkeit und Unberechenbarkeit des Dschungels. Jede Pflanze sah anders aus, fühlte sich anders an. Riesige Bäume umzingelten uns. Unzählige Male verfingen wir uns in Lianen und Schlingpflanzen. Und nirgendwo anders konnte ich so viele verschiedene Vögel vorbeihuschen sehen, wie in diesem Dschungeltrek. Der Bokor Nationalpark eignet sich hervorragend zur Vogelbeobachtung.

Am Ende unseres Treks kamen wir an eine unheimliche Höhle, die bewohnt zu sein schien. Sogar Gräber und Tempel wurden hier angelegt. Ein Stamm Eingeborener hat uns zumindest nicht angegriffen, also kann man davon ausgehen, dass es hier sicher ist.

Cave Bokor Nationalpark
Cave Bokor Nationalpark

Eine ganz andere Landschaft bot sich uns bei den sogenannten „100 und 500 Reisfeldern“, die allerdings rein gar nichts mit Reisfeldern zu tun haben, sondern aus flachen Felsformationen bestehen. Statt den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, wie im bisherigen Dschungelabschnitt, kann man hier in die Weite schauen.

Übrigens habe ich mir sagen lassen, dass die Straßen in diesem Nationalpark die besten in ganz Kambodscha seien. Das glaube ich gerne, kein Verkehr, keine Schlaglöcher oder Risse, Unebenheiten und „unfertige“ Straßenabschnitte, wie man sie für gewöhnlich aus Südostasien kennt. Motorradfahrer werden hier sicher ihren Spaß haben. Mit meinem Roller war die Geschichte etwas lahm, aber doch sehr angenehm.

Vegetarisches Curry Bokor Nationalpark
Vegetarisches Curry im Bokor Nationalpark

Für den Nationalpark ist lediglich ein Eintrittsgeld für motorisierte Fahrzeuge zu zahlen, Menschen mit Fahrrädern wird der Zutritt kostenfrei gewährt. Für einen Roller (Ausleihe für 5 USD pro Tag) zahlten wir 2.000 Riel. Das Mitschleppen von Proviant kann man sich auch sparen, da es am Popokvil-Wasserfall ein Restaurant mit einfachen Köstlichkeiten, wie z. B. das vegetarische Curry mit Reis für 2 USD, zu erschwinglichen Preisen gibt.

Übrigens floss am Vortag kein Wasser am Popokvil-Wasserfall und wir konnten am Abhang noch ohne reißende Strömung Fotos schießen, am zweiten Tag fanden die Wassermassen dann ihren Weg den Felshang hinab.


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