Malaysia – Kota Kinabalu

Tja, jetzt ist es schon über einen Monat her, dass ich in Kota Kinabalu war. Das erste, was mir bei Kota Kinabalu in den Sinn kommt, sind die Temperaturen. Man schwitzt, ohne einen Finger zu rühren. Zwei Duschen täglich waren für mich das Minimum. Wenn ich nur daran denke, bilden sich schon Schweißtropfen auf meiner Stirn, obwohl ich nicht so hitzeempfindlich bin. Aber kein Wunder ab April erhöht sich in den südostasiatischen Ländern die Luftfeuchtigkeit und Temperatur enorm.

Abgesehen von der Hitze und als Startpunkt für Touren zum Kinabalu Nationalpark hat das touristische Städtchen noch so viel mehr zu bieten. Kota Kinabalu – oder von jedem nur liebevoll „KK“ genannt – war meine erste Anlaufstelle in Borneo und in der Air Asia Maschine von Phnom Penh nach KK stellte ich mir die Stadt urtümlich und wild vor. Umso erstaunter war ich dann als ich KK´s Flughafen verließ und in das Auto des Couchsurfing-Mitglieds Andrew stieg. Ideale Infrastruktur, gut ausgebaute Straßen, moderne Shoppingmalls, eine Fastfoodkette neben der nächsten… hm, irgendwie hatte ich mir das „dschungelmäßiger“ vorgestellt. Andrew, Angehöriger der großen Couchsurfing-Community in Kota Kinabalu, amüsierte sich herrlich über meine Vorstellung von KK und versicherte mir jedoch, dass ich nur etwas abseits der Stadt sofort im Dschungel stehen würde. Gut, denn dafür war ich ja hier: Dschungel, Trekking, Orang Utans.

In KK oder generell in Malaysia ist das Couchsurfing weit verbreitet und ich behaupte mal, dass es in kaum einem anderen Land hilfsbereitere und gastfreundschaftlichere Menschen als in Malaysia gibt. Hosts lassen sich schnell und einfach finden, wenn man seinen Trip evtl. eine Woche vorher online stellt. Da ich, wie so oft, zu spontan war und mit dem Onlinestellen meines KK-Trips getrödelt hatte, musste ich für die erste Nacht in einem Hostel einkehren. Andrew hatte derzeit leider schon Gäste, half mir aber das Hostel „The Bunk“ mit einem guten Preis-, Leistungsverhältnis zu finden und holte mich dafür sogar nachts vom Flughafen ab.

Die kommenden 3 Nächte kam ich bei Couchsurfing-Host Timothy (ein chinesischer Christ mit malayischer Staatsangehörigkeit) im 5-Sterne Hotel „Hyatt Regency Kinabalu“ unter. Als Arzt war er beruflich in Kota Kinabalu viel unterwegs und hatte sozusagen ein ungenutztes Hotelzimmer zur Verfügung.

Ach Leute, ich sage euch: An Luxus gewöhnt man sich schneller, als einem lieb ist. Toller Ausblick aufs Meer, hochwertige Pflegeprodukte im riesigen Badezimmer, Pool, Sauna, Fitnessstudio, Massagesalon, exzellentes Frühstücks-, Mittags-, Kaffee- und Kuchen- und Abendbuffet. Und das Queensizebett ganz für mich alleine mit traumhafter Mattratze, kuscheliger Decke und ca. 5.000 Kissen. Ja, ich muss gestehen, ich habe schon wesentlich schlechter geschlafen.

Ausblick Hyatt Regency
Ausblick des Hyatt Regency Hotels

In so einem Hotel, selbst als Europäer, ist man als Backpacker natürlich extrem auffällig. Erst recht, wenn man mittlerweile nur noch kaputte Kleidung trägt und langsam anfängt, wie ein Penner auszusehen. Das bleibt nach einigen Monaten in Südostasien allerdings nicht aus. Südostasienreisende werden wissen, wovon ich spreche. Man braucht seine Klamotten nur schräg anzusehen und diese fallen bereits auseinander. Keine Ahnung, warum das so ist. Hat vielleicht etwas mit den Temperaturen zu tun oder ständig bleibt man irgendwo hängen (Äste, Nägel in Sitzbänken, Hunde- und Katzenzähnchen, Sprünge über Hindernisse, das Übliche halt). Weiße Kleidung wird nie wieder weiß, aus schwarz wird grau und nur im Glücksfall verfärbt sich deine Wäsche nach einer mehr als fragwürdigen Waschmaschinenladung mit ausschließlich Kaltwasser nicht. Und wird einmal mit Warmwasser gewaschen, bekommt man seine Kleidung 2 Nummern kleiner zurück. Das ist mir mit einem langen Rock passiert. Man ey, sieht das scheiße aus. Hochwasser-Rock wird garantiert niemals Modegeschichte schreiben. Nach etwas Gewühle in den Tiefen meines Rucksacks ließen sich jedoch noch 2-3 tragbare Kleidungsstücke ohne Löcher auftreiben. Als nicht registrierter Gast möchte man nun wirklich kein Aufsehen erregen.

Meiner üblichen Vorgehensweise folgend, wenn ich in einer neuen Stadt ankomme, erkunde ich zu Fuß zunächst die nähere Umgebung, was in KK super empfehlenswert ist. Die Stadt bietet Vielseitigkeit; wandert man zunächst noch am Fischmarkt des Hafens entlang, gelangt man zu überdimensionalen Shoppingmalls, darauf folgend modern designte Moscheen, bis man dann schließlich in den Slums Kota Kinabalus steht.

Sabah State Museum Dschungelpfad
Sabah State Museum Dschungelpfad

Anschließend suche ich die Nationalmuseen des Ortes auf, um mehr über die Geschichte und Kultur des Landes zu erfahren. Das Besondere am Sabah Museum in KK ist, dass neben der Ausstellung über Sabahs Völker und „Headhunters“ im Hauptgebäude, auch ein großer Außenbereich zu entdecken ist. Hier findet man Modelle eines Eingeborenen-Dorfes und mehrere kurze, aber informative Dschungelpfade. Der Eintrittspreis für Ausländer liegt bei 15 RM und es sollten 4 Stunden für das Museum inkl. Außenbereich eingeplant werden.

Kota Kinabalu Wetlands Centre
Kota Kinabalu Wetlands Centre

Etwa 2 km außerhalb von Kota Kinabalu liegt der Wetlands Centre, in dem man weiße Reiher, Störche und mit etwas Glück auch Schildkröten, Kaimane und Affen beobachten kann. Zum Park fahren auch regelmäßig Busse aus dem Zentrum der Stadt. Allerdings lohnt sich hier der Fußweg, meiner Meinung nach. Der Weg führt über den Kota Kinabalu Trial mit dem Atkinson Clock Tower als Startpunkt zur Signal Hill Observatory Platform, von der aus man einen guten Überblick über KK bekommt, von dort geht es sehr ländlich über eine wenig befahrene Straße zum Wetlands Centre. Keine Panik, hier kann man sich definitiv nicht verlaufen, wenn man den Schildern folgt. Hier bezahlen Ausländer 10-15 RM.

Kota Kinabalu Wetlands Centre
Kota Kinabalu Wetlands Centre

Was man sich übrigens für Malaysia sparen kann, sind sämtliche Reiseführer. Alle Touristeninformationen sind so gut mit kostenlosen Broschüren, Reiseinformationen, Rezepten und Karten ausgestattet, dass mitgebrachte Bücher nur unnötiger Ballast im Gepäck sind. Meinen gesamten Aufenthalt in Malaysia habe ich dadurch ideal planen können. Für Reiseanfänger eignet sich Malaysia ebenfalls bestens, da aufgrund der vieler unterschiedlicher Dialekte und Eigensprachen überall sehr gutes Englisch gesprochen wird.

Informationsmaterial Malaysia
Informationsmaterial Malaysia

2 Gedanken zu “Malaysia – Kota Kinabalu

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