Japan – Tagesausflug nach Nara

Einmal nicht aufgepasst und es werden einem im Nara-Park der Kleinstadt Nara die Bananen stibitzt. Nicht etwa von kleinen Äffchen, wie jedermann vermuten würde. Bei den Dieben handelt es sich um Rehe. Stereotyp unschuldig, scheues Bambi ist nicht mehr.

Rehe Nara-Park
Rehe im Nara-Park

Aber genau der „Streichelzoo“ ohne Gehege macht die Reise nach Nara ja so spannend. Die Rehrudel gehören zur Stadt wie die Parkbänke in den Park und werden von den Einheimischen akzeptiert und respektiert. Nicht zuletzt auch als Touristenmagnet. Essen sollte gut in verschlossenen Beuteln und Rucksäcken verstaut werden. Plastiktüten bringen nichts, die werden einem entrissen. Wer die Rehe wirklich noch selbst füttern will, kann an jeder Ecke spezielle Cracker für die Rehe kaufen.

Tom, Rob, me and Jane in Nara
Tom, Rob, me und Jane in Nara

Meine Hostelgefährten Rob, Max, Jane und ich wollten uns daher einen Tagesausflug von Osaka nach Nara auch nicht entgehen lassen. Nach ca. 2 Stunden aufgrund verwirrender Zugumstiege – ja, wir sind ein paar Mal in den Expresszügen gelandet, die nicht überall halten – standen wir dann endlich im weitläufigen Deerpark in Nara. In der Touristeninformation hatten wir uns zunächst mit Informationsmaterial und Karten über den Ort eingedeckt, wobei wir die „Nara Sightseeing Map“ mindestens zu dritt studieren mussten, um uns zurecht zu finden.

Max, me und Rob Sightseeing Map Nara

Neben den Rehen, die einen sprichwörtlich einfach umrennen und unhöflich anrempeln, hat Nara auch wundervolle Tempelanlagen, wie den Todai-ji. Beim Durchschreiten des Nandaimon – das Tor zum buddhistischen Tempel Todai-ji – spürt man dessen gesamte Imposanz.

Steinlaternen Nara
Steinlaternen auf dem Weg zum Kasuga Taisha

Auch mystisch wirkende Schreine gibt es hier zuhauf. Zwei davon sind der Kasuga Taisha und dessen Nebenschrein Wakamiya Jinja, welche über romantische Waldwege erreicht werden. Die Wegesränder sind mit steinerne Laternen dekoriert, was dem Ganzen eine märchenhafte Atmosphäre verleiht. Zwischen diesen sieht man natürlich den einen oder anderen Rehkopf hervorluken.

Rehe zwischen den Steinlaternen
Rehe zwischen den Steinlaternen

Sollten alle Laternen entzündet werden, gibt dies bei Nacht mit Sicherheit einen absolut fantastischen Effekt. Vielleicht auch mit einem kleinen Gruselfaktor. Bei Locations dieser Art brauche ich mich auf jeden Fall nicht mehr wundern, woher all die Ideen für die teilweise schrägen japanischen Geister- und Horrorfilme herkommen. Leider scheinen die Laternen aber wirklich nur Dekoration zu sein.

Passend zum mysteriösen Waldfeeling, können dann im Shinto Schrein Wakamiya Jinja Weissagungen käuflich erworben werden. Beispielsweise in spielerischer Form eines leeren Papiers, welches in Wasser getunkt werden muss, um die begehrenswerte – und hoffentlich positive – Botschaft preis zugeben. Ob diese sich dann immer bewahrheiten, sei mal dahin gestellt. Meine malayisch-chinesische Freundin Jane glaubt zumindest fest daran. Ihre Weissagung hat sie sich übrigens übersetzen lassen müssen, weil diese nur auf japanisch gedruckt sind.

Für einen Ausflug von Osaka nach Nara benötigt man einen vollen Tag um das Nara National Museum, die Tempel Todai-ji, Kohfuku-ji, Gango-ji, Toshodai-ji, Yakushi-ji, sowie die Schreine Kasuga Taisha und Wakamiya Jinja zu besichtigen. All diese Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß zu erreichen. Selbstverständlich darf man nicht vergessen, auch etwas Zeit für Reh-Selfies einzuplanen.


2 Gedanken zu “Japan – Tagesausflug nach Nara

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