Südkorea – Jeju-do

Kaum zu glauben, aber die beschauliche Insel Jeju in Südkorea hat tatsächlich eine nach selbigen Namen benannte Airline. Die günstige Fluggesellschaft fliegt mehrmals täglich von Busan nach Jeju. In einer dieser Jeju Air Maschinen befand ich mich für einen 3-tägigen Kurztrip um die Insel etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dieses Mal nahm ich mir aus Bequemlichkeit einen Mietwagen. Allerdings reizte es mich seit langem auch wieder ein Auto zu fahren.

Am Airport in Jeju wird man von einem Shuttlebus des Mietwagenverleihs Jejurent-A-Car in die Innenstadt gebracht und kann sich dort seinen im Internet vorab gebuchten Wagen abholen.

Überraschenderweise sprachen die Verleiher Englisch, nicht viel, aber es reichte, zum Kommunizieren. Keine Kommunikation hatte ich leider mit dem vorinstallierten Navigationssystem, welches zwar Englisch sprach, seine Ziele jedoch nur in Koreanisch eingegeben werden konnten. Das war mir natürlich nicht hilfreich und so griff ich auf die gute kostenlose Touristenkarte vom Flughafen zurück. Auf dieser ist die gesamte Insel mit allen Straßen und Attraktionen abgebildet. Durch die überschaubare Größe, fällt das Verfahren somit relativ schwierig.

Mietwagen Jeju-do
Unterwegs im Leihwagen auf Jeju-do

Da saß ich nun in meinem Hyundai Accent mit automatischem Schaltgetriebe für 174,666 Kwon und wurde von dem Vermietungstypen gefragt, wo ich denn als erstes hin möchte, damit er mir das Ziel ins Navi eingeben könnte. Ich hatte natürlich keinen Schimmer, was mein erstes Ziel sein sollte. Schließlich war ich ja gerade erst seit einer Stunde auf der Insel. Hauptsache ich käme endlich mal auf die Straße. Ich erkundigte mich lediglich nach dem Geschwindigkeitslimit (60-70 km/h auf der gesamten Insel) und fuhr vom Parkplatz herunter. Yes, endlich wieder Auto fahren, da war mir sogar das automatische Schalten schnuppe. Zu meinem Glück – und wahrscheinlich zum Glück aller anderen Verkehrsteilnehmer – herrscht hier, der mir aus Deutschland bekannte, Rechtsverkehr. Durch Südostasien war mir der Linksverkehr nun zwar nicht fremd, allerdings war ich da ja meistens mit dem Fahrrad unterwegs.

Da es schon später Nachmittag war, musste ich mich erst einmal mit Getränken und Essen eindecken.

Das Schöne an Südkorea sind auch die 24h-Convenience-Stores wie 7/11, CU etc. die einem Rund um die Uhr geben, was man als Reisender braucht: Fertigkaffee, Sandwiches, Klebreis und Instantnudelgerichte. Für die Nacht hatte ich den perfekten Parkplatz mit grandioser Aussicht auf den Seongsang Ilchulbong – dies sollte meine erste Sehenswürdigkeit früh morgens werden – als mein Lager auserkoren. CU war auch nur 50 m entfernt, fantastisch!

Seongsang Ilchulbong
Seongsang Ilchulbong

Die Rückbank des Mietwagens wurde also kurzerhand zur Schlafstätte erklärt. Wer sich erinnert: in Südkorea ist es im Sommer sauheiß, was auf Jeju natürlich nicht anders ist. Ohne offene Fenster würde man im Auto eingehen, jedoch fing es direkt in der ersten Nacht mit einer Weltuntergangsstimmung an zu gewittern. Außerdem wimmelt es auf der gesamten Insel nur so von Mücken. Die 3 Nächte im Auto waren leider nicht die erholsamsten. Ich wechselte in der 2. Nacht auch von der Rückbank zum zurückgeklappten Beifahrersitz. War beides unbequem.

Aber davon lässt man sich ja nicht unterkriegen. Dafür war ich immer pünktlich zum Sonnenaufgang wach und mit Augenringen bewaffnet bereit für das nächste Abenteuer.

Ausblick vom Seongsang Ilchulbong
Ausblick vom Seongsang Ilchulbong

Der Aufstieg der vulkanischen Landerhebung (Ilchulbong) dauerte ungefähr 20 Minuten. Früh morgens wird man dort oben alleine stehen, ab 8 Uhr muss man Eintritt bezahlen. Die Landschaft erinnerte mich irgendwie an Irland. Das ist vermutlich dem hohen grünen Gras geschuldet.

Gegen 7 Uhr morgens war ich wieder am Auto und suchte auf der Karte nach dem nächsten Ziel: der Nationalpark Mt. Hallasan.

Zu diesem würde ich über die „Mysterious Road“ gelangen. Da waren sie aber einfallsreich mit der Namensgebung. Ich stellte mich schon auf komische Gestalten am Wegesrand ein, aber tatsächlich kam auf dieser Straße eine mysteriöse Stimmung auf. Die Straße führte durch dicht bewaldete Alleen und wurde schlagartig in den dichtesten Nebel, den ich je sah, gehüllt. Die Mysterious Road schien gar kein Ende mehr zu nehmen und nicht ein einziges Auto folgte mir oder kam mir entgegen. Oder ich sah diese einfach nicht. So plötzlich wie der Nebel kam, ging er auch wieder, kurz bevor ich am Nationalpark ankam. Mysteriös. Eigentlich bekam die Straße ihren Namen, durch Gegenstände, die anstatt die Straße herabrollten, die entgegengesetzte Richtung einschlugen.

Im Mt. Hallasan Nationalpark kann man zwischen vielen verschiedenen Wanderwegen wählen. Ich entschied mich für den Geongpanak Hiking Trail zum Aufstieg des 1.950 m hohen Mt. Hallasan – schlafender Vulkan und höchster Berg Südkoreas. Man muss es bis 13:00 Uhr zu einer bestimmten Stelle (wird ausgeschildert und von Personal überwacht) geschafft haben, um noch auf den Berg aufsteigen zu können. Danach könnte es aufgrund der Witterungsverhältnisse gefährlich werden. Für den Auf- und Abstieg sollten ungefähr 6 Stunden eingeplant werden.

Mt. Hallasan Jeju-do
Am Gipfel von Mt. Hallasan auf Jeju-do

Koreaner sind übrigens unter den Hiking-Fans immer leicht zu erkennen: Ausgerüstet wie Profis. Von dem Hut, bis über die Brille und Kleidung, die Hikingstöcke und der Rucksack, der längst nicht mehr einfach nur Rucksack sein kann, ist alles aus dem Sportgeschäft. Oft in knallbunten Farben.

Sex and Health Museum Jeju-do
Im Sex and Health Museum auf Jeju-do

An meinem letzten Tag klapperte ich die mir interessant erscheinenden Museen ab. Hier muss man es einfach mit Humor nehmen und akzeptieren, dass diese einfach nur der Unterhaltung und nicht der Wissenserweiterung dienen. Beispielsweise im Sex and Health Museum, welches als das „größte Sex and Health Museum der Welt“ gekennzeichnet ist, ist keine einzige Übersetzung ins Englische. So wird man als jemand, der kein Koreanisch lesen kann, vor komischen Statuen und Abbildungen doch eher verstört zurückgelassen. Na ja, man muss halt drüber lachen können.

Herrlich amüsiert habe ich mich auch im „Griechischen Museum“, sowie „Jeju Dinosaur Theme Park“ – wo der nette T-Rex von nebenan, mal zwischen den Hortensien hervor kommt.

Hortensien-T-Rex
Hortensien-T-Rex

Jeju at a glance

Besonderheit: Vulkanlandschaft, geprägt durch Krater und Lavaröhren

Meine Highlights:

  • Seongsang Ilchulbong
  • Mt. Hallasan Nationalpark

Meine Ausgaben für 4T/3N:

  • Metro in Busan zum Flughafen und zurück ca. 4,50 €
  • Flug Busan-Jeju (hin und rück) ca. 70 €
  • Mietwagen in Jeju ca. 137 €
  • Spritkosten ca. 35 €
  • Convenience Stores ca. 11,50 €
  • Cafés und Restaurants ca. 14,50 €
  • Unterkunftskosten durch das Schlafen im Auto gespart!

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