Vorbereitung

Oder auch: von der Kunst sich vor Pannen und Ärger zu schützen…

1. Verträge & Fristen

  • Kündigungsfristen ca. 1 bis 3 Monate vor Vertragsende

Eine Menge Ärger und vor allem Streß kann man sich von vornherein sparen, indem die Kündigungsfristen laufender Verträge im Auge behalten werden. Diese sollten – wenn nicht schon sofort gekündigt wird – mit genauem Datum notiert und auch bis dann eingehalten werden. Der Vorteil ist hier, dass nicht alles auf einmal kommt (Antworten der Vertragspartner, nachzureichende Unterlagen sammeln und einschicken etc.) und ein besserer Überblick behalten wird.

Zusätzlich zu den Kündigungsfristen sollten auch das Datum der Abgabe der Kündigunsschreiben und das Datum der Antwortschreiben notiert werden. Bei vorheriger telefonischer Einholung von Auskünften mit den jeweiligen Vertragspartnern unbedingt den Ansprechpartner, Datum und Inhalt kurz notieren und sich im Kündigungsschreiben darauf beziehen!

Können die Kündigungsfristen nicht mehr eingehalten werden, weil man sich vielleicht spontan entschieden hat, alles hinzuschmeißen, ist das in der Regel auch kein unlösbares Problem – nur anstrengender und streßiger. Die meisten Vertragspartner sind eigentlich sehr kulant und bieten ein Sonderkündigungsrecht an, wenn aufgrund eines Auslandsaufenthalts gekündigt werden muss. Wenig Theater sollte es bei Vertragsbeendigungen geben, wenn eine Abmeldebescheinigung des Einwohnermeldeamtes eingereicht wird. Achtung bei Vertragspartnern wie Telefon- und Internetanbietern, da kann die Kündigung außerhalb der Frist auch mal tricky werden. Unschöne Erfahrungen musste ich da bei 1&1 Versatel GmbH machen.

Fazit: Je eher desto besser.

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Vertragsbeispiele

  • Mietvertrag
  • Arbeitsvertag – innerhalb der Kündigungsfrist, ansonsten Auflösungs-/Aufhebungsvertrag
  • Kranken-/Unfall-/Arbeitslosenversicherungen
  • Stromvertrag – Beendigung außerhalb der Kündigungsfrist auch möglich durch Übertragung an den Nachmieter oder Um-/Abmeldebescheinigung
  • Telefon-/ Handy-/ Internet-/ Fernsehverträge – innerhalb der Kündigungsfrist, ansonsten mit Abmeldebescheinigung oder nach Absprache mit Onewayflugticket
  • Rundfunkbeitrag – Beendigung problemlos mit Abmeldebescheinigung (bei Ummeldung im Inland muss belegt werden, dass für diese Wohnung bereits der Rundfunkbeitrag gezahlt wird)
  • Kraftfahrzeugversicherung und -steuer – automatisiertes Verfahren bei Ab-/Ummeldung des Fahrzeugs
  • Zusatzkranken-/Haftpflichtversicherungen – innerhalb der Kündigungsfrist, ansonsten nach Sonderkündigungsrecht erkundigen (bei guten Beziehungen zum persönlichen Versicherungsvertreter in der Regel problemlos möglich) oder Abmeldebescheinigung; bei Haftpflichtversicherungen ist evtl. der Nachweis über den Neuabschluss einer Auslandskrankenversicherung zu erbringen
  • Lebensversicherungen und vermögensbildende Verträge – meine Empfehlung (wenn diese nicht ganz unnötig sind) ist, diese auf einen kleinen monatlichen Betrag herabzusetzen und von Erspartem selbst zu zahlen oder ruhen zu lassen
  • Fitnessstudioverträge – innerhalb der Kündigungsfrist, ansonsten Abmeldebescheinigung (bei Ummeldungen wird oftmals nur ein anderer Wohnort akzeptiert um den Vertrag vorzeitig zu beenden)
  • Bahncardverträge, sonstige Abos – innerhalb der Kündigungsfrist, ansonsten oftmals kein Sonderkündigungsrecht vorhanden

Der Mietvertrag

Was den Mietvertrag angeht, gibt es mehrere Möglichkeiten den Vertrag vorzeitig (außerhalb der Kündigungsfrist) zu beenden.

a) Ich suche selbst einen Nach-/Untermieter über Freunde, Bekannte oder Annoncen im Internet und in der Zeitung. Vorteil hierbei ist, dass man keine überflüssigen Mietzahlungen tätigen muss, obwohl die Wohnung nicht mehr bewohnt wird. (Nachmieter: Der Vertag zwischen einem selbst und dem Vermieter wird komplett aufgelöst und kommt zwischen der neuen dritten Person und dem Vermieter zustande. Untermieter: Die Wohnung wird so wie sie ist – ggf. vollmöbliert – befristet für den Zeitraum des Auslandsaufenthaltes untervermietet. Nachdem man die Erlaubnis vom Vermieter zur Untervermietung eingeholt hat, wird der Vertrag zwischen dem Mieter und dem Untermieter geschlossen. Nach Ablauf der Befristung hat man wieder die Möglichkeit, die Wohnung zu beziehen.)

b) Ich habe eine gute Beziehung zum Vermieter oder besitze ein gewisses Verhandlungsgeschick und hoffe auf eine große Kulanz des Vermieters.

c) Ich wohne zu Hause bei den Eltern. Dann stellt sich nur die Frage: Worauf warte ich dann eigentlich noch?

Ich habe mich für Variante a) entschieden und versucht einen geeigneten Untermieter zu finden. Meine Wohnung war ein echter Traum und ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt irgendwann wieder dorthin zurückzukehren. Nach etlichen Vorstellungen ungeeigneter Kandidaten und nach der Besichtigung meiner Wohnung mit einem offensichtlich erkennbaren Zuhälter und seiner „Lebensgefährtin“ – einer deutlich erkennbaren und übertrieben geschminkten Prostituierten Mitte 50 in Schnür-Highheel-Sandalen, Lederminirock mit durchsichtiger Bluse und dem obligatorischen Leoparden-Look-BH drunter – geführt habe, gab ich den Plan mit dem Untervermieten  vorerst auf. Möglicherweise sollte meine Wohnung dann zum Arbeitsplatz umfunktioniert werden. Ich würde davon ausgehen, dass das Untervermieten in Großstädten durch eine breitere Auswahl besser läuft, als in Kleinstädten.

Glücklicherweise konnte ich dann kurzfristig doch noch einen geeigneten Untermieter finden. Großer Vorteil beim Untermietvertrag auf Zeit ist die Rückkehrmöglichkeit und, nach Rücksprache mit dem für mich zuständigen Einwohnermeldeamt, muss man sich nicht abmelden.

Der Arbeitsvertrag

Auch hier gibt es wieder mehrere Möglichkeiten den Vertrag aufzulösen.

a) Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag. Lösung: Ich beginne die Reise einfach erst, wenn dieser ausläuft.

b) Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag und möchte die Reise schon eher antreten. Lösung: Ich beende das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Arbeitgeber durch einen Auflösungs- oder auch Aufhebungsvertrag.

c) Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag oder bin in einem Beamtenverhältnis. Lösung: Ich kündige fristgerecht oder bitte wie in der Lösung zu b) um Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses. Oder ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Arbeitgeber und kann mich beurlauben lassen oder ein Sabbatical (langer Sonderurlaub) in Anspruch nehmen.

d) Mein Arbeitgeber ist insolvent/kündigt mich, ich arbeite gar nicht oder ich bin noch Schüler/Student/Auszubildender. Lösung: Worauf warte ich dann eigentlich noch? Na gut, bitte wenigstens die Pflichtschuljahre oder die Ausbildung beenden.

Wieder habe ich mich für die Variante a) entschieden und den Vorteil des Geldverdienens bis zum Reiseantritt genutzt. Tipp für Beschäftigte im öffentlichen Dienst: Ist man noch am 01.12. eines Jahres für eine gewisse Zeit beschäftigt gewesen, besteht Anspruch auf die volle Höhe des Weihnachtsgeldes oder sonstige Leistungen wie z. B. LOB (leistungsorientierte Bezahlung). Weiterhin sollte man sich ein Zwischenzeugnis vor der Kündigung oder der Beurlaubung ausstellen lassen. Dieses dürfte dann inhaltlich vom endgültigen Arbeitszeugnis nicht stark abweichen.

2. Arbeitslosenversicherung

Ist man vor Antritt der Reise mindestens 1 Jahr bei einem Arbeitgeber beschäftigt gewesen – es wurde also in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt – besteht ein Anspruch auf die Leistung Arbeitslosengeld I (ohne Abzüge und Wartezeiten, wenn man die Arbeitslosigkeit nicht selbst verschuldet).

Drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit ist man verpflichtet, sich arbeitsuchend zu melden. Kurz vor Eintritt der Arbeitslosigkeit oder am ersten Tag der Arbeitslosigkeit muss man sich dann arbeitslos melden. In meinem Fall musste ich mich sowieso 3 Monate vor Vertragsablauf arbeitsuchend melden.

ALG I wird für die Dauer von 360 Tagen gewährt. Für Langzeiturlauber, Weltreisende und Working-Holiday-Fans ist interessant, dass die Leistung nicht am Stück in Anspruch genommen werden muss, sondern auch für max. 4 Jahre „ruhen“ kann. Voraussetzung ist lediglich der Beginn der Inanspruchnahme oder dem deutschen Arbeitsmarkt min. 1 Tag zur Verfügung stehen.

Beispiel

Seit dem 01.05.2014 befristet bis zum 30.09.2016 bei einem deutschen Arbeitgeber* beschäftigt. Arbeitsuchend am 30.06.2016 gemeldet (auch online möglich). Persönlich arbeitslos gemeldet am 30.09.2016. Damit entsteht der Anspruch auf ALG I. Erster Tag der Leistung von 360 Tagen ist dann der 01.10.2016. Die Weltreise könnte also bereits am 02.10.2016 beginnen – ohne, dass der Anspruch auf ALG I verfällt, da du dem deutschen Arbeitsmarkt für einen Tag zur Verfügung standst. Nun hast du also 4 Jahre Zeit, durch die Weltgeschichte zu düsen, um deinen restlichen Anspruch auf 359 Tage ALG I ab dem 01.10.2020 aufzubrauchen.

 Auf jeden Fall sollte die zuständige Bundesagentur für Arbeit für ein Beratungsgespräch aufgesucht werden.

(*Anmerkung: Mit „deutschem“ Arbeitgeber meine ich nicht die Staatsangehörigkeit, sondern die Steuer- und Versicherungspflicht des Arbeitgebers in Deutschland. Arbeitest du also bei „Costas knuspriges Gyros“ in Koblenz ist das ein deutscher Arbeitgeber, obwohl dein Chef Costa die griechische Staatsangehörigkeit hat. Arbeitest du für VW im Außendienst in China, ist dein Arbeitgeber deutsch. Nicht chinesisch. Es geht also darum, in welchem Land dein Arbeitgeber für dich als Arbeitnehmer Steuern und Versicherungen zahlt.)

3. Rentenversicherung

Da ich schon seit ca. 7 Jahren bei einem Arbeitgeber beschäftigt wurde, habe ich vor Reisebeginn durch die zuständige Rentenberatungsstelle meinen Versicherungsverlauf (dieser wird ab dem 17. Lebensjahr geführt, Schulzeiten ab da berücksichtigt) noch auf den aktuellsten Stand bringen lassen um eventuellen Fehlzeiten entgegenzuwirken. Dies geschieht mittels Abschlusszeugnissen, Ausbildungs- und Arbeitsverträgen (auch Nebenjobs sollten nachgewiesen werden, selbst wenn bei diesen nicht in die Rentenversicherung eingezahlt wurde).

Eine Besonderheit – und nicht ganz unwichtig – bei der Rentenversicherung ist der Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Erstmal muss man 3 Jahre durchgehend versicherungspflichtig beschäftigt sein, damit der Anspruch überhaupt entsteht. Hört man dann mit einem Arbeitsverhältnis bei einem deutschen Arbeitgeber auf, um wie ich die Welt zu erkunden, verfällt der Anspruch nach 2 Jahren und man muss von Neuem die 3 Jahre Erwerbstätigkeit (bei einem deutschen Arbeitgeber) erfüllen.

Es ist möglich freiwillig monatliche Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen, diese liegen momentan bei ca. 84,- €.

Lange Reisen, Auslandsaufenthalte und Work & Holidays werden bei der Deutschen Rentenversicherung natürlich nicht anerkannt. Allerdings kann man in einigen Ländern einen Rentenanspruch erwerben, wenn man dort eine gewisse Zeit versicherungspflichtig arbeitet. Die Voraussetzungen sind natürlich von Land zu Land unterschiedlich.

4. Pass, Ausweis und (internationaler) Führerschein

Unerlässlich für jeden Weltenbummler sind natürlich gültige Ausweisdokumente. Reisepass und Personalausweis kann man im zuständigen Einwohnermeldeamt bzw. Bürgerbüro beantragen. Für alle Dokumente werden biometrische Passbilder benötigt. Den günstigsten Passbildservice (6 Stück für 6,95 €) habe ich bei der Drogeriemarktkette „DM“ gefunden. Diesen habe ich selbstverständlich selbst ausgetestet und bin mit dem Preis-/Leistungsverhältnis sehr zufrieden. Leider wird der Passbildservice noch nicht in jeder Filiale angeboten.

Im folgenden ein Überblick der Dokumente.

Der Reisepass

Lieferzeit bis zu 3 Wochen

  • Beantragung bis zum 24. Lebensjahr mit 32 Seiten: 6 Jahre gültig, 37,50 €
  • Beantragung ab dem 24. Lebensjahr mit 32 Seiten: 10 Jahre gültig, 59,- €
  • Beantragung bis zum 24. Lebensjahr mit 48 Seiten: 6 Jahre gültig, 59,50 €
  • Beantragung ab dem 24. Lebensjahr mit 48 Seiten: 10 Jahre gültig, 81,- €

Lieferzeit wenige Tage (Express-Reisepass)

  • Beantragung bis zum 24. Lebensjahr mit 32 Seiten: 6 Jahre gültig, 69,50 €
  • Beantragung ab dem 24. Lebensjahr mit 32 Seiten: 10 Jahre gültig, 91,- €
  • Beantragung bis zum 24. Lebensjahr mit 48 Seiten: 6 Jahre gültig, 91,50 €
  • Beantragung ab dem 24. Lebensjahr mit 48 Seiten: 10 Jahre gültig, 113,- €

Der Personalausweis

Lieferzeit bis zu 3 Wochen

  • Beantragung bis zum 24. Lebensjahr: 6 Jahre gültig, 22, 80 €
  • Beantragung ab dem 24. Lebensjahr: 10 Jahre gültig, 28,80 €

Der internationale Führerschein

Diesen bekommt man bei den zuständigen Führerscheinstellen der jeweiligen Kreisbehörden mit einer Gültigkeit von 3 Jahren für 13,80 €. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass man bereits im Besitz einer Fahrerlaubnis ist!

5. Kranken-, Haft- und Unfallversicherung

Da während langfristiger Auslandsreisen auch keine Krankenversicherungsbeiträge durch ein Beschäftigungsverhältnis, die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter gezahlt werden, muss man sich um den Abschluss einer passenden Versicherung selbst kümmern. Die bisherige Versicherungsagentur sollte über langfristige Auslandsaufenthalte auf jeden Fall in Kenntnis gesetzt werden, damit die Versicherung ggf. ruhen kann und eine Wiederversicherung bei Rückkehr ohne Probleme vonstatten geht.

Selbiges gilt natürlich für abgeschlossene Unfall- und Haftpflichtversicherungen. Bei diesen ist zu beachten, ob der gewünschte Zeitraum sowie die Zielländer in den Versicherungen abgedeckt sind. Ist dies nicht der Fall, sollten diese gekündigt und neu abgeschlossen werden.

Einige Länder verlangen übrigens für die Visaerteilung und bei Einreise die jeweiligen Versicherungsnachweise.

Was den Markt für über 8 Wochen hinausgehende Reisekrankenversicherungen angeht, ist der deutsche Versicherungsmarkt noch dünn gesät. Vorteilhaft ist dann jedoch, dass man sich schnell für eine Versicherung entscheiden kann. Im Internet finden sich einige Preis-/Leistungsvergleiche, ganz anschaulich dargestellt ist es auf reisepolice.com.

Aus Erfahrung kann ich das Gesamtleistungspaket ohne Selbstbehalt der Hanse Merkur Versicherung empfehlen. Darin sind alle o. g. Versicherungen bei einer Laufzeit bis zu 2 Jahren mit der Option auf Verlängerung für monatlich 42,- € enthalten (ohne USA und Kanada).

6. Kreditkarten

Ohne Moos nichts los.

Man glaubt es kaum, aber das trifft auch aufs Ausland zu. Damit man beim Reisen keine bitteren Erfahrungen in Sachen Liquidität macht, ist es besonders wichtig sich für geeignete Kreditkartenpartner zu entscheiden.

Sinnvoll sind mehrere und vor allem verschiedene Kreditkarten (jeweils min. 1 MasterCard und VISACard) mit denen man weltweit kostenfrei Bargeld abheben und bezahlen kann. Es kann immer eine Kreditkarte kaputt oder verloren gehen oder ablaufen – wenn man sämtliche Gültigkeiten seiner Dokumente vor Reiseantritt überprüft, dürfte das nicht passieren.

Bei der Entscheidung können behilflich die unzählichen Kreditkartenvergleiche im Internet sein. Besonders übersichtlich ist kreditkarten-online-vergleichen.de.

Wenn man schon einmal dabei ist, sollte man sich auch ein kostenloses Girokonto zulegen. Für einige Visa werden nämlich Nachweise (z. B. als Rückkehrwilligkeitsnachweis) über ein Girokonto im Heimatland mit ausreichendem Bankguthaben für eine Aus- oder Weiterreise benötigt. Eine simple Handhabung des Online-Girokontos, kostenlose VISA-Kreditkarte und weitere Vorteile bietet die Consorsbank.

7. Impfungen

Unerlässlich für jede Reise sind die Schutzimpfungen. Verreist man ungeimpft in Länder, in denen das Impfen angebracht ist und kommt in den Genuss einer solchen Krankheit, kann das nicht nur körperlich unangenehm werden, sondern auch teuer. Die Krankenkassen übernehmen dann nämlich nicht die Behandlungskosten. Und diese kosten garantiert mehr als die Impfungen. Im Regelfall sind die Krankenkassen daher sehr kulant, was die Übernahme der Impfkosten angeht. Es schadet also nicht, sich vorher bei seinem Krankenkassenberater zu informieren.

Frühzeitig einen Beratungstermin (nach Möglichkeit 3-6 Monate vor Reisebeginn) mit dem Hausarzt vereinbaren! Einige Impfungen (z. B. Hepatitis A+B) müssen in bestimmten Zeitabständen mehrmals eingenommen werden. Außerdem muss man sich dann nicht alle Impfungen auf einmal geben lassen.

Ein kleiner Überblick der wichtigsten Impfungen:

  • Tetanus, Polio, Diphterie, Pertussis – 1 Impfung (Auffrischung alle 10 Jahre) ca. 47,- €
  • Masern, Mumps, Röteln – 1 Impfung ca. 51,- €
  • Typhus – 3 Kapseln (in jeweils 2-Monatsabständen) ca. 29,- €
  • Hepatitis A+B – 3 Impfungen (2. im 1-Monatsabstand, 3. im 6-Monatsabstand) ca. 73,- € je Impfung
  • Gelbfieber – 1 Impfung (soll lebenslang Schutz bieten) ca. 42,- €, Pflicht für einige südamerikanische und afrikanische Länder, da bei fehlender Impfung die Einreise verweigert werden kann oder eine unmittelbare Weiterreise aus einem solchen Land in bestimmte Drittländer nicht ermöglicht wird
  • Malaria – Standby, Kapseln zur Mitnahme ca. 50,- €
  • Meningokokken, Meningitis – 1 Impfung ca. 46,- €
  • Tollwut – 3 Impfungen (in jeweils 1-Wochenabständen) ca. 57,- € je Impfung
  • Japanische Enzephalitis – 2 Impfungen ca. 86,- € je Impfung

8. Tipps

 Wenn einem nur noch wenig einfällt, dieses aber zu wichtig ist um es wegzulassen, aber zu unbedeutend für einen eigenen Punkt ist, bildet man einfach das Thema „Sonstiges“. Ich persönlich finde den Begriff „Tipps“ besser. Hier also noch einige Tipps, die beherzigt werden können.

Wird die Wohnung aufgelöst, müssen 2 Kategorien gebildet werden. Einmal in Kram den man hat, aber nicht mehr braucht und in Kram den man hat, aber nicht wegtun möchte. Solltest du noch zu Hause bei den Eltern wohnen, lies unter 1. „Der Mietvertrag“ lit. c).

Kram den man hat, aber nicht mehr braucht.

Verkaufen oder verschenken! Den größten Spaßfaktor – neben einer Aufbesserung der Reisekasse – hat man beim trödeln. Bei einigen Trödelmärkten muss man eine geringe Standgebühr bezahlen und sich frühzeitig für einen Standplatz anmelden. Ein bisschen mehr Aufwand hat man bei Verkäufen im Internet. Fotos der zu verkaufenden Gegenstände machen, die Anzeigen schreiben, Mails und Anrufe bearbeiten, Waren einpacken und versenden, für Selbstabholer Besichtigungstermine vereinbaren. Dafür kann man dies jederzeit tun und ist nicht auf bestimmte Daten wie beim Trödeln angewiesen.

Wo kann man das machen?

Für die Märkte informiert man sich am besten bei der jeweiligen Stadtverwaltung auf der Homepage. Im Internet gibt es auch zahlreiche Trödelmarkt-Suchmaschinen. Meine Favoriten unter den Online-Verkaufsportalen sind:

Leider bekommt man für oftmals viel zu schöne Dinge kein Geld mehr. Andere, die sich diese Dinge nicht oder kaum leisten können, freuen sich dafür umso mehr über eure Geschenke. Dementsprechend wird man sein Zeug garantiert immer bei karitativen Einrichtungen los.

Kram den man hat, aber nicht weggeben möchte.

Verleihen oder gut und trocken bei Familie, Freunden und Bekannten einlagern. Möglicherweise muss Hab und Gut aufgeteilt werden (Listen anfertigen, was bei wem steht). Ich würde mir nichts zum Unterstellen anmieten, da dies laufende monatliche Kosten verursacht und das Geld dann unterwegs irgendwo fehlen könnte. Na ja, wenn man reich ist, geht das sicherlich.

Bestellung einer Vertrauensperson

 Ich bin im Ausland – Post kommt trotzdem. Damit wichtige Unterlagen, Dokumente und Briefe nicht abhanden kommen, sollte mit der Person des Vertrauens gesprochen werden, ob diese vielleicht alle Aktenordner aufbewahrt und im Notfall Informationen nachschlagen kann. Bestenfalls wird die Anschrift der Vertrauensperson auch deine Postanschrift. So können Briefe unverzüglich geöffnet, nach Rücksprache bearbeitet und abgeheftet werden. Nicht vergessen, die Postvollmacht für die Vertrauensperson auszustellen und sich selbst Sicherungskopien der wichtigsten Dokumente auf einem Stick abzuspeichern und mitnehmen.

Im Übrigen habe ich (unabhängig von einer Weltreise) Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen etc. erstellt und ausgefüllt. Ich denke, das kann in keinem Fall schaden.

DJH-Ausweis

In vielen internationalen Hostels ist ein DJH-Ausweis von Vorteil oder bei manchen Hostels überhaupt erst die Berechtigung dort einzuchecken.

Informationen zu dem Ausweis bekommt man auf der offiziellen Homepage der DJH.